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Pater Gerhards Kräuterkolumne: Zistrose

PATER GERHARDS KRÄUTERKOLUMNE – Zistrose


Schon wieder mal die „alten Ägypter“ und die Griechen! Seit Jahrtausenden wird dort die „Cistrose“ als Heilpflanze, zum Räuchern, als edle Duftessenz und als Schönheitsmittel verwendet. Es sind stark verzweigte, buschige Sträucher oder Zwergsträucher mit aromatischem Harz, dem Labdanum. 24 Arten sind bekannt. In unserer Betrachtung konzentrieren wir uns auf die „Kretische“ oder „Graubehaarte Zistrose“ (Cistus creticus, Cistus incanus).

 

Auf dem Olymp, so erzählt man sich, kam es über die Zistrose zum Streit. Die Götter konnten sich nicht über ihre Heilwirkung einigen. Beinahe der erste „Grexit“ in der Geschichte! Die weibliche Fraktion im Götterhimmel beanspruchte das Pflänzchen wegen ihrer schönen Blüten und des wunderbaren Duftes.

Ares, Kriegsgott im Götterreigen, wollte das Harz der Pflanze als Heilmittel bei Verletzungen aller Art in seinen Tornister packen. Da meldete sich Cistus, die „Griechische Bergrose“ zu Wort und versprach beides zu leisten! Übrigens: Das Holz des Strauchs schützt seit jener Zeit auch vor dem „Bösen Blick“.

 

Super-Kraut

Die Menschen im Umfeld der Cistrose brauen sich seit vielen Jahrhunderten aus den Blättern dieser Pflanze einen wohlschmeckenden Tee und trinken diesen zur Stärkung der Abwehrkräfte. Zur Gewinnung des Harzes wurden früher Ziegen durch die Zistrose-Pflanzen getrieben. An den Haaren des Fells blieb das Harz kleben. Das Fell wurde gestutzt und die Haare ausgekocht. Im abgekühlten Wasser fand sich dann das Harz. Wenn das Fell nicht geschnitten werden sollte, wurde das Harz stattdessen herausgekämmt.

Sogar gegen Borreliose sollen die Wirkstoffe der Rose helfen. Während sich Tee aus dieser Pflanze bis ins Mittelalter hinein großer Beliebtheit erfreute, geriet er danach zunehmend in Vergessenheit. 1999 wurde dieser kleine Strauch aus der Macchia der griechischen Halbinsel Chalkidiki von der wissenschaftlichen Institution Herba Historica als „Pflanze des Jahres” gekürt. Heutzutage bezeichnet man die Zistrose mit Fug und Recht als „Super-Kraut“.

 

Was sind Polyphenole?

Wie schön, daß man nicht erst zum Alkoholiker werden muß, um die positiven Wirkungen auf das Herz- und Kreislaufsystem, für die sonst Rotwein bekannt ist, zu erreichen! Bis vor kurzem galten nämlich noch grüner Tee und Rotwein als die polyphenolreichsten Mittel überhaupt. Jetzt wurde herausgefunden, daß Cistus dreimal mehr Polyphenole enthält!

Doch was sind Polyphenole? Früher wurden diese vitaminähnlichen Stoffe auch Vitamin P genannt. Berühmt geworden sind sie durch ihre starke antioxidative Wirkung; diese ist wesentlich ausgeprägter als bei allen anderen heute bekannten Antioxidantien wie z.B. Vitamin C, E, und Carotin.

Das macht die Zistrose auch verantwortlich für eine Vielzahl positiver Wirkungen, sowohl innerlich wie äußerlich. Hier eine kleine Auflistung der Anwendungsformen: Die Abkochung wird als Tee, Sud und Gurgelmittel für den inneren Gebrauch, sowie  für  Bäder und  Waschungen und zur Herstellung von Hautpflegeprodukten verwendet.

 

Äußerlich hilft Cistus bei:

  • Candida
  • Infektionen
  • Mykosen
  • Viruserkrankungen
  • Akne
  • Neurodermitis
  • Mandelentzündungen
  • Schleimhautreizungen
  • zur Karies- und Parodontoseprophylaxe
  • Gingivitis einer gravierenden Zahnfleischentzündung

 

Innerlich hilft die Zistrose:

  • zum Epithelschutz im Darmbereich
  • bei Darmkrebs
  • Krebs
  • zur Darmsanierung
  • bei Grippe-Virusbefall
  • Anti-Aging-„Gedöns“

 

Allgemein schützt der „kleine Grieche“ den Zellstoffwechsel. Er stabilisiert unser Herz und den Kreislauf, er erhöht die Knochendichte, bringt die Darmflora ins Gleichgewicht, stärkt unsere Abwehrkräfte, schwemmt Schwermetalle aus und bewahrt unsere Haut vor vorzeitiger Alterung. Der tägliche Genuß von nur einer Tasse Tee soll angeblich eine erhebliche Verbesserung der Abwehrkräfte und der Darmflora sowie eine deutliche zellschützende Wirkung mit sich bringen.

Eine bessere Abwehr gegen freie Radikale soll helfen, eine Zellschädigung zu verhindern und somit der Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten vorbeugen. Auch zur Entgiftung des Körpers von Schwermetallen empfehlen manche Ärzte den Zistrosentee.


Was ist Cystus052?

Bekannt wurde der Pflanzenextras Cystus052 durch Experimente mit Grippeviren an der Uni Münster, bei denen sich herausgestellt hat, das Cistus Incanus Grippezellen daran hindert, in Körperzellen einzudringen. Weiterhin wird angenommen, daß einige der Pflanzenstoffe in der Lage sind, auch Viren, Bakterien und Pilze zu bekämpfen.

Meine Empfehlung: mit Salbei und Cistrose können wir der Influenza wirkungsvoll vorbeugen. Und hier noch das Beste: Es sind keine Nebenwirkung bekannt! Cystus kann als wohlschmeckender Tee (getrocknet circa 10 Gramm pro Liter, 5 Minuten ziehen lassen) oder als Sud (gleiche Menge, circa 10 Minuten kochen) getrunken werden. Die schönen rosa Blüten können genauso wie die ledrigen Blätter verwendet werden.

Das Pflänzchen verträgt circa minus 15 Grad Celsius Frost. Die Überwinterung sollte daher am besten an einem hellen kühlen Ort im Haus oder Wintergarten erfolgen. Cistus ist robust und leicht zu ziehen. Mit etwas Winterschutz ist das griechische Pflänzchen sogar im “kalten” Deutschland winterhart.

 

Gott befohlen und herzlichst – Ihr Pater Gerhard.

 

Weitere Informationen:

Kräuterexperte Pater Gerhard
Web: www.brunnenhof-kraeuter-und-mehr.de

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